„Die Caixa wird eine kulturelle Botschaft für die Inseln und die Welt sein“ „Die Caixa wird eine kulturelle Botschaft für die Inseln und die Welt sein“

Kulturelles Erbe

Pablo Mielgo, Leiter des OSIB (Symphonieorchester der Balearen), präsentiert seinen zukünftigen Sitz als kulturellen Motor für die Balearen

Pablo Mielgo ist seit 2014 künstlerischer und musikalischer Leiter des Symphonieorchesters der Balearen. Unter seiner Leitung ist das Ensemble künstlerisch und sozial gewachsen und hat klassische Musik einem neuen Publikum nähergebracht. Jetzt feiert es einen Meilenstein: die zukünftige „Caixa de Música“, den ersten festen Sitz des Orchesters, der dessen Bekanntheit auf allen Ebenen zu verändern verspricht.

Was bedeutet es für das Orchester, endlich einen festen Sitz zu haben?

Es ist eine entscheidende Veränderung. Es ist so wie für jeden, ein Haus zu haben. In unserem Fall bedeutet es unter anderem, Menschen willkommen zu heißen, Projekte zu realisieren, die wir heute nicht entwickeln können, den Musikern eine eigene Identität zu geben, individuelle Proberäume, Archive und Büros. Es ist auch eine sehr wichtige kulturelle Botschaft für die Inseln und auf internationaler Ebene.

Wie hat das Orchester bisher ohne diesen Sitz funktioniert?

Wir proben in einem Lokal, haben Büros an einem anderen Ort und geben Konzerte an verschiedenen Orten. All das verursacht Kosten und logistische und künstlerische Probleme. Es ist nicht dasselbe, an einem Ort an der Akustik zu arbeiten, der sich jede Woche ändert. Mit diesem Sitz wird zum ersten Mal alles vereint sein. Das ist ein großer Schritt.

Und wann wird er fertig sein?

Ich habe kein genaues Datum, da ich diesen Teil nicht verwalte, aber wir hoffen, dass er in dieser Legislaturperiode fertig wird.

Wie wird sich der Alltag des Orchesters verändern?

Es wird sich alles ändern. Da nun alles an einem Ort ist, werden viele logistische Probleme wegfallen. Man kann unter anderem besser planen, Bildungs- und Sozialprojekte ausweiten oder mehr Schulen und Vereine einladen. Das machen wir derzeit nicht, weil der derzeitige Raum dies nicht zulässt.

Welche soziale Rolle wird dieser neue Raum spielen?

Er wird eine sehr wichtige Rolle spielen und allen Inseln zugutekommen. Dank seiner technischen Ausstattung wird die Caixa eine Live-Verbindung nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera ermöglichen. Außerdem wird er in Palma zu einem Musikzentrum werden, in dem soziale und pädagogische Projekte sowie Aktivitäten anderer Einrichtungen stattfinden können. Endlich werden wir auch selbst einladen können und sind nicht mehr nur Gäste.

Welche zusätzlichen Aktivitäten möchten Sie gerne entwickeln?

Sehr viele. Wir werden einen Saal für 110 Plätze haben, der sich beispielsweise ideal für Informationsprojekte, Kammermusik oder Debatten eignet. Und im großen Saal werden wir jede Woche Kinder und Gruppen empfangen können. Es ist ein vielseitiger Raum, der es ermöglicht, dem Orchester ein neues Image zu verleihen.

Werden Sie auch digitale Inhalte erstellen können?

Ja, die Caixa verfügt über eine sehr fortschrittliche technologische Infrastruktur. Sie muss noch finanziell unterstützt werden, aber wenn sie fertig ist, wird sie in Europa wegweisend sein. Es gibt unter anderem Kameras, Schnitträume und eine Verbindung zum Außenbereich. Und zwar nicht nur für das Symphonieorchester der Balearen, sondern auch für lokale und externe Ensembles.

Welche Art von Publikum möchten Sie in dieser neuen Etappe ansprechen?

Wir möchten ein vielfältigeres Publikum erreichen. Vom Stammpublikum bis hin zu neuen Zielgruppen, die sich für andere Formate interessieren: zum Beispiel für Kino, andere Musikrichtungen oder mehr Technologien. Das Programmangebot wird vielfältiger werden und damit auch das Publikum.

Und ein möglicher Generationswechsel?

Ja, obwohl das nicht von heute auf morgen geschieht. In der Orchestermusik gibt es immer einen Generationswechsel. Die Generationen werden älter und nähern sich der Musik auf andere Weise. Aber es stimmt, dass diese neue Infrastruktur aufgrund ihrer technologischen Komponente es uns ermöglichen wird, ein jüngeres Publikum zu erreichen.

Welche Botschaft sendet dieser Sitz auf nationaler Ebene aus?

Es ist ein klares Bekenntnis der Institutionen zum Orchester und dazu, es zu einem kulturellen Aushängeschild der Inseln zu machen. Auf nationaler Ebene ist es eine bahnbrechende Initiative. Es zeigt, dass hier wichtige Dinge getan werden.

Wird es Auswirkungen auf den Kulturtourismus haben?

Sehr große. Es wird uns ermöglichen, Aktivitäten zu entwickeln, die zuvor undenkbar waren. Wir können beispielsweise Synergien mit europäischen Institutionen oder Festivals schaffen. Außerdem trägt es zur Entsaisonalisierung des kulturellen Angebots bei. Wenn die Caixa eröffnet wird, werden wir zum ersten Mal unseren eigenen Kalender gestalten können, sodass die Entwicklung von Aktivitäten völlig anders sein wird.

Wird dies auch die Beziehungen zu anderen Orchestern fördern?

Auf jeden Fall. Früher waren wir von Dritten abhängig, was die Organisation erschwerte. Jetzt, da wir unseren eigenen Sitz haben, werden wir unsere eigenen Entscheidungen treffen und künstlerisch wachsen können.

Wie stellen Sie sich dieses erste Konzert in der Caixa de Música vor?

Wir haben viel darüber fantasiert. Ich glaube, dass an diesem Tag alles gezeigt werden muss, was die Caixa zu bieten hat: Chor, bedeutendes Repertoire, all die Ambitionen, die dieser Ort hat. Es wird ein ikonischer Moment in der Geschichte des Orchesters sein.


Möchten Sie wissen, was die Steuer für nachhaltigen Tourismus ist?

Wir arbeiten für eine nachhaltige Entwicklung der Balearen.

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